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Kino-Team

Am 26. Januar gibt es wieder Kinder-Kino
im Ev. Gemeindesaal!

gezeigt werden:

 “...die  Abenteuer einer Steinzeit-Familie, die sich nach dem Einsturz ihrer Höhle auf den Weg macht, eine neue Heimat zu finden ...”

FSK 0

Eintritt und Popcorn sind wie immer frei!

Nächster  Kino-Termin:  

              23. Februar

Ein Blick über die eigene Leinwand hinaus
Ruiter Kinder-Kino spendet 300 Euro an die Christoffel-Blindenmission.

Nebel über dem Ruiter Tal. Wie ein Schiffsmast durchschneidet eine Kinoleinwand den Dunst. Hält Kurs auf den Gemeindesaal der Ev. Kirchengemeinde Ruit um dort von den Trägern an der Wand befestigt zu werden. Draußen versinkt die Real-Welt in der Nacht. Drinnen gibt es Fantasie-Welten zu entdecken.

 Dunkle Jahreszeit. In Ruit heißt das: Einen Samstag im Monat gibt es das Kinder-Kino. „Halte mir einen Platz frei!“, ruft ein Neunjähriger und eilt los. Erbeutet für sich und seine Freunde Becher mit Salzstangen und Getränken. Andere Kindergarten- und Grundschulkinder sind in den beiden Kuschelecken beschäftigt. Bauen sich aus Deckentürmen und Kissen ihre Nester. Währenddessen arbeitet das siebenköpfige Kinderkino-Team: Veit Neuweiler spielt einen Vorfilm. Paula Friedrich, Bianca Schwarzenbrunner und Anna Neuweiler befüttern die große Pop-Korn-Maschine.

 Schon breitet sich der Duft aus. Lockt immer mehr Kinder in den Saal. Im Schlepptauen: Geschwister, Eltern und Großeltern. „Es kommen aber nicht nur Kinder“, erklärt Beate Neuweiler. „Neulich war eine Mutter hier, die ihre junge Tochter als Alibi dabei hatte. Sie wollte den Familienfilm gerne selbst schauen.“ Inzwischen türmen sich vor dem Saal kleine und große Schuhe. Manchmal kommen bis zu fünfzig Gäste. „Seit Januar 2014 machen wir das schon. Meistens wünschen sich die Kinder Animationsfilme.“ Veit Neuweiler wartet bis die großen Popkornschüsseln verteilt sind.
 
 Film ab – los geht’s! Das Kinderkino ist übrigens kostenfrei. Spenden am Ausgang helfen die Unkosten zu decken. In den vergangenen Jahren sind sie jedoch weit darüber hinausgegangen, sodass der Überschuss weitergespendet wurde: Im April 2015 zum Beispiel für Erdbebenopfer in Nepal. Im Dezember 2018 nun 300 Euro für die Christoffel-Blindenmission. ‚Augenlicht schenken‘ lautet deren Motto. Kinder in Entwicklungsländer können so durch den Einsatz von Grauer-Star-Operationen (wieder) sehen.
 „Da gibt es doch eine Verbindung“, meinen die Hauptverantwortlichen Veit und Beate Neuweiler. „Mit unseren Kindern hier teilen wir eine Freude am Sehen. Und zusammen können wir zumindest einen kleinen Beitrag leisten, der Kindern in der Dritten Welt das Sehen ermöglicht.“ Sozusagen ein Blick über die eigene Leinwand hinaus. Kinder, die zuvor blind waren, bekommen so vielleicht auch die Chance einen Film mit ihren Freunden zu schauen.

 In Ruit jedenfalls ist es für viele der jungen Besucher das erste Mal Kino – alleine ohne die Eltern. Es wird gelacht, gekreischt, gestaunt, gegruselt. „Jetzt kommt meine Lieblingsstelle!“, ruft eine Siebenjährige und packt ihre Freundin aufgeregt an der Schulter, damit sie ja nichts verpasst. Der größte Spaß sind nicht die Filme – die kann man auch alleine gucken. Die großen und kleinen Gäste verbindet die Freude an einem gemeinsamen Kino-Abend. Fürs nächste Mal ist auch schon abgestimmt: Die sieben Kino-Helfer haben ihren favorisierten Film, werden jedoch von den Kindern im Handumdrehen überstimmt. Demokratie zahlt ihren Preis.

 „Die kirchliche Vorführlizenz verbietet übrigens, dass wir Filme mit ihren Originaltiteln bewerben“, erklärt Veit Neuweiler. Diese Einschränkung wurde jedoch längst zum Rätselspiel umgemünzt.
Die Vorstellungen beginnen jeweils ab 17:30 Uhr im Gemeindesaal Bretten-Ruit (Knittlinger Straße 10a).
Junge und alte Cineasten sind herzlich eingeladen.
(pn, BNN vom 28.12.2018)